Poschiavo, 15. und 16. Juni 2000
Die
Mauer Scala, welche den Berninasee gegen Süden hin abschliesst, wurde
im Jahre 1912 als Bruchsteingewichtsmauer erbaut und im Jahr 1942 mit
einer Betonkrone auf ihre Endhöhe von maximal 26 Meter erhöht. Das
Verformungsverhalten der Mauer, sowie Risse auf der Luftseite des
Mauerwerks bewogen die Besitzerin das Verhalten genauer abklären zu
lassen. Eine ausführliche in-situ Messkampagne unterstützt durch
Laboruntersuchungen zeigte, dass sich der Beton der Mauererhöhung im
Anfangsstadium eines Alkali- Aggregat- Quellens (AAR) befindet. Durch
diese bauwerksinternen Zwängungen entstanden Risse, welche für das
Verformungsverhalten verantwortlich sind und die Sicherheit der Mauer
mit der Zeit abgemindert haben.

Mauer Scala: Erhöhung der Mauer in den Jahre 1941/42
Zur
Verhinderung eines weiteren Fortschreitens des AAR und zur Verbesserung
der Sicherheit der Mauer, wird die Mauer zur Zeit einer umfassenden
Sanierung unterzogen. Dabei wird ein neuer Sohlgang zur besseren
Kontrolle und Drainage der Maueraufstandsfläche erstellt und der
Mauerbeton sowie das Bruchsteinmauerwerk gegen Zutritt von Wasser
abgedichtet. Als Abdichtung wird erstmals im Talsperrenbau eine
neuartige Flüssigfolie verwendet, welche an der Beton- oder Maueroberfläche
vollflächig haftet. Im Vortrag wird speziell auf die Eigenschaften und
die Eignung der Flüssigfolie im Talsperrenbau eingegangen.