Poschiavo, 15. und 16. Juni 2000
An
der 80 Jahre alten Nordmauer des Lago Bianco auf dem Berninapass hatte
sich ein durchgehender Horizontalriss, 5.8 m unterhalb der Krone
gebildet, wodurch starke Durchsickerungen in Fundation und Mauer
entstanden. Zudem waren plastische Deformationen bis 28 mm gegen die
Wasserseite hin festgestellt worden. Zur Analyse der Schäden wurde die
Instrumentierung verstärkt und der Beton auf Alkali Aggregat Reaktion
untersucht. Neben der Überprüfung der Stabilitätssicherheit wurde
eine dreidimensionale Finite Element Berechnung durchgeführt, anhand
welcher der Grund für das Verhalten erklärt werden konnte. Neben der
ungünstigen Form der 15 m hohen Gewichtsmauer, die sich aus den drei je
ca. 100 m langen Bogen ergibt und den unterschiedlichen Baumaterialien,
welche zu grossen temperaturbedingten Verformungen führten, ist das
Betonquellen für die laufende Verschärfung des Problems
verantwortlich.
Als
günstigste Sanierungsvariante erwies sich der Abbruch und Neubau des
oberen Teils der beiden höheren Mauerbogen, während der kleinere
dritte Mauerbogen mit Stützböschungen gesichert wird. Die ganze
Wasserseite der alten Bruchsteinmauer, wie auch der Übergang zum neuen
Betonteil wird mit einer Flüssigfolie abgedichtet. Zur Erhöhung der
Stabilitätssicherheit werden neue Drainagebohrungen vom luftseitigen
Mauerfuss abgeteuft. Spezielle Untersuchungen wurden durchgeführt, um
mit dem vorhanden Kiesmaterial einen Alkali Aggregat beständigen Beton
herzustellen.

Lage
der
Extensometer
Projekt der sanierten Mauer