Wasser regulieren und nutzen
Staumauern und Staudämme werden zusammenfassend als
Talsperren bezeichnet. Wie der Name sagt, sperren sie ein Tal ab. Manchmal wird
nur die Anhebung des Wasserspiegels zur Speisung eines Kanals oder einer Leitung
bezweckt. Meist dient jedoch der durch die Talsperre geschaffene Stausee der
Speicherung von Wasser in Zeiten reichlicher Zuflüsse für Zeiten geringen
Wasserangebots. Geringe Zuflüsse bringt in der Schweiz der Winter, wenn ein
Grossteil der Niederschläge als Schnee fällt und erst bei dessen Schmelze
abfliesst, oder in vielen warmen Ländern die monatelangen niederschlagslosen
Trockenzeiten. Gelegentlich wird gar eine Überjahresspeicherung angestrebt, um
die oft bedeutenden Unterschiede von Niederschlag und Abfluss von einem Jahr zum
andern auszugleichen.
Während weltweit Talsperren vielfältigen Zwecken dienen,
steht in der Schweiz die Wasserkraftnutzung im Vordergrund. Das in unseren
Stauseen gespeicherte Wasser entspricht einer Energiemenge von über acht
Milliarden Kilowattstunden und stellt eine wertvolle Reserve dar, über die wir
frei verfügen können und die sich jährlich von selbst erneuert. Das im Herbst
in unseren Stauseen gespeicherte Wasser reicht aus, um im Winterhalbjahr einen
Drittel des gesamten Landesbedarfes an Strom zu decken.
Wichtig für den Schutz der Bevölkerung sind in
verschiedenen Gegenden aber auch Geschiebe- und Hochwasserrückhaltesperren. Im
Wallis gibt es schliesslich einige Staubecken, welche der Bewässerung und
Wasserversorgung dienen. Mancherorts wird ein alter Mühleteich für eine
Fischzucht benutztoder bereichert als Biotop die Natur.
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Bild 1
In unseren Stauseen wird das Wasser der sommerlichen
Schnee- und Gletscherschmelze gespeichert, damit es im Winter für die
Stromproduktion genutzt werden kann. |
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Bild 2 Einige
Talsperren dienen ausschliesslich dazu, Hochwasser oder Geschiebe
zurückzuhalten, wie zum Beispiel die Hochwasserrückhaltesperre Orden bei
Maloja (GR). |
Talsperren
werden weltweit für vielfältige Zwecke eingesetzt
Bewässerung von Kulturen vor allem in halb oder ganz trockenen Gebieten
Wasserversorgung für Mensch und Tier sowie für Gewerbe und Industrie
Auffangen von Hochwassern und Geschiebeströmen
Nutzung der Wasserkraft zur Stromerzeugung
Speisung von Schiffahrtskanälen, namentlich zum Ersatz des in Schleusen beim
Heben und Absenken der Schiffe abfliessenden Wassers
Flössen von geschlagenem Holz
Versorgung von Industrieanlagen mit wassergekühlten Prozessen (zum Beispiel
Wärmekraftwerke)
Aufzucht von Fischen oder anderen Wassertieren oder -pflanzen
Gestaltung von Landschaften, Erholungsgebieten oder Wasserportzentren
Absetzbecken für Schlammrückstände aus Bergbau und Kiesgewinnung
Sehr oft dient eine Anlage mehreren Zwecken gleichzeitig.
Beispielsweise kann Wasser aus dem Stausee zuerst Strom erzeugen und
anschliessend den Feldern zur Bewässerung zugeführt werden. |

Bild 3 Die Sonne ist der Motor des Wasserkreislaufs
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Die Sonne lässt Meerwasser
verdunsten; Winde tragen die Wolken über das Festland. Niederschläge
speisen direkt oder indirekt über die Schnee- und Gletscherschmelze
Stauseen, Flüsse und Grundwasserströme, deren Wasser wiederum dem Meer
zufliesst. Der Kreis schliesst sich. |
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| Bild 4
Wasser in Stauseen ist gespeicherte Sonnenenergie.
Stauanlage Oberaar der Kraftwerke Oberhasli (BE).
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Bild 5
In der Schweiz wird im Winterhalbjahr jede dritte
Kilowattstunde Strom mit Wasser aus Stauseen erzeugt.
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